Montag, 18. Februar 2013

Zwickau hat kein Naziproblem?

Ich als Zeuge und Mensch der selbst an dem Tag dabei war muss sagen: doch haben wir!

schaust du hier!
http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/SACHSEN/Rechte-Schlaeger-greifen-Punks-auf-dem-Zwickauer-Hauptmarkt-an-artikel8271808.php


Rechte Schläger greifen Punks auf dem Zwickauer Hauptmarkt an

Massenschlägerei im Stadtzentrum - Betroffene beklagen Untätigkeit der Polizei

Zwickau. Erst am Abend bestätigte die Polizei am Montag, was durch die Beratungsstelle Opfer rechtsextremer Gewalt in Chemnitz bekannt geworden ist: Bei einer Massenschlägerei am Zwickauer Hauptmarkt in der Samstagnacht sind mehrere Jugendliche von Rechtsextremen verletzt worden. Sie wurden mit Tritten, Schlägen und Kopfstößen attackiert. Einer der Angreifer bezeichnete sich gegenüber der Polizei selbst als Nazi. In der Gruppe linksalternativer Jugendlicher, die sich am Brunnen vor dem Theater aufhielten, habe er "Nazi-Gegner" ausgemacht. Inzwischen hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. Laut Lena Nowak von der Opferberatung sowie den Aussagen zweier Betroffener mussten die linksalternativen Jugendlichen im Krankenhaus behandelt werden, sie erlitten Hirn-Traumata und Prellungen, einem wurde der Fuß gebrochen. Die etwa 15 Jugendlichen vor dem Gewandhaus seien von einer ebenso großen Gruppe Neonazis angegriffen worden.
Politisch motivierte Pöbeleien
Laut Polizei begannen "die offenkundig politisch motivierten Pöbeleien" bereits am frühen Abend. "Nach 22.30 Uhr", so die Pressemitteilung, "verließen die späteren Angreifer ein am Markt befindliches Lokal. Die in der Nähe des Brunnens befindliche Gruppe wurde erneut angepöbelt und dann tätlich angegriffen." Laut Aussagen der Betroffenen wurden die Jugendlichen als "Jude" und "Zeckenschwein" bezeichnet. "Das waren keine Freizeitschläger, die haben uns eingekesselt und dann hab ich nur noch Blut gesehen. Sie haben auf am Boden Liegende eingetreten und sind teilweise zu dritt auf einen los", sagt ein 21-Jähriger aus Zwickau, der dabei war. "Das waren keine Glatzköpfe mit Springerstiefeln, sondern der Typ moderner Nazi, mit Thor Steinar-Klamotten und gegeltem Scheitel", sagt ein 26-jähriger Betroffener. Beide wendeten sich noch in derselben Nacht an die Opferberatung.
Als die Polizei etwa zehn bis 15Minuten nach Beginn der Schlägerei eintraf, seien bis auf drei Männer alle Angreifer in das nahe gelegene "Irish Harp Pub" und per Taxi geflüchtet. Die Opferberatung sowie Betroffene beklagen, dass die Beamten trotz mehrerer Hinweise von unbeteiligten Zeugen die Rechtsextremen nicht an der Flucht hinderten. Vielmehr seien die linksalternativen Jugendlichen von Beamten beschimpft worden. Die Geschädigten seien herablassend des Ortes verwiesen worden. Zudem seien die Beamten gegenüber den Opfern nicht bereit gewesen, sich namentlich auszuweisen. "Die Polizisten hatten gar keine Lust, uns anzuhören", sagte ein 26-jähriger Betroffener der "Freien Presse." Zu den Vorwürfen äußerte sich die Polizei am Montag nicht.
Opfer verlangen Aufklärung
"Die Pflicht von Polizeibeamten ist der Schutz von Opfern und die schnellstmögliche Ermittlung der Täter. Es ist untragbar, wenn bei den Betroffenen der Eindruck entsteht, dass sie nicht ernst genommen werden. Der Vorfall verlangt Aufklärung. Gerade in Zwickau sollte eine erhöhte Sensibilität gegenüber Opfern rechter Gewalt herrschen", sagt Nowak. Zwickau habe ein gleichbleibend hohes Niveau, was die Anzahl rechtsmotivierter Gewalttaten angehe. "Neonazis versuchen hier seit Jahren, ein bedrohliches Klima für Alternative und Migranten zu schaffen", so Nowak.

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